Das war 3DS 2010 in Aachen
Drei Tage, ein Ziel: Das eigene Startup
Die Veranstaltung „3DayStartup“ der Studenteninitiative AC.E e.V. geht
mit großem Erfolg in Aachen zu Ende. Drei Tage lang arbeiteten studentische
Teams aus verschiedenen Fachrichtungen und aus ganz Deutschland und der
Welt an ihren Geschäftskonzepten. Drei Tage mit wenig Schlaf, viel
Arbeitseinsatz der Teilnehmer und der Organisatoren, aber jeder Menge
Spaß und Erfahrung, die alle Beteiligten mit nach Hause nehmen.
Als 2009 im AC.E-Büro zum ersten Mal der Name „3DayStartup“ fiel war schnell allen Anwesenden klar, dass so etwas in Aachen unbedingt auch umgesetzt werden müsse: eine kompakte Veranstaltung, die sich vollständig auf die reale Umsetzung von Geschäftskonzepten konzentriert und sich an Studierende, junge Absolventen und Doktoranden richtet. Die Vorlage bot das texanische Original, das die AC.E-Mitglieder Christoph Zahn und Jörg Rose während ihres Auslandsaufenthaltes an der University of Texas at Austin kennen lernten und die diese Idee mit nach Deutschland brachten.
Fast ein Jahr später stehen in Aachen über 40 motivierte Teilnehmer aus Deutschland und sogar eine kleine Delegation aus Austin, USA, im SuperC der RWTH Aachen und tragen sich in die Anmeldelisten ein. Sie sind die Besten aus über 60 Bewerbern, die im Vorfeld durch einen intensiven Bewerbungsprozess ausgewählt wurden. Neben Motivationsschreiben und Lebenslauf wurde mit jedem Teilnehmer ein persönliches Gespräch geführt, um bereits im Vorfeld die Charaktere und Fähigkeiten besser einschätzen zu können.
Die Vorfreude steigt und die Motivation für die bevorstehende Veranstaltung ist kurz darauf bei der Willkommens-Ansprache deutlich zu spüren. Nachdem letzte Formalitäten geklärt wurden, fällt am Freitagnachmittag der Startschuss für das Projekt „3DayStartup“. Die Teams wurden zuvor auf Basis der persönlichen Gespräche und Bewerbungsunterlagen in neun Kleingruppen eingeteilt, in denen nun im Verlauf des Nachmittags erste Geschäftskonzepte diskutiert und die besten Ideen bis zum Abend ausgewählt und weiter ausgearbeitet werden. Die Teilnehmer von 3DayStartup bei der Willkommensansprache am Freitagmittag sollen.
Dank der Unterstützung durch die RWTH Aachen und insbesondere durch den Rektor Herrn Professor Schmachtenberg konnte fast jedes Team im neuen SuperC eigene Räumlichkeiten beziehen und so ungestört und hochkonzentriert jede mitgebrachte Geschäftsidee ausführlich auf Umsetzbarkeit hin überprüfen. Das erste Zwischenziel für den Abend ist, die beste Geschäftsidee innerhalb einer Gruppe auszuwählen und diese für eine Präsentation vor den anderen Teams vorzubereiten. Zum Schluss soll dann unter allen Teilnehmern abgestimmt werden, welche fünf Geschäftsideen am Wochenende umgesetzt werden sollen.
Als sich am späten Abend die Kleingruppen wieder zu einer großen Gruppe zusammenschließen, um die Ergebnisse der anderen Teams zu hören und selbst die beste Geschäftsidee zu präsentieren, sind die Ideen bereits gereift. Die Diskussion in den Kleingruppen bewirkten auch, dass sich die Ideengeber noch einmal intensiv mit dem Potenzial auseinandersetzen mussten. Schließlich sollten nicht nur die Gruppenmitglieder und später auch alle Teilnehmer von der Idee überzeugt werden. Das Geschäftskonzept sollte zudem mit einem Prototypen einer Investorengruppe am Sonntagabend demonstriert werden können.
Der Reihe nach präsentieren sich die Teams am Freitag Abend gegenseitig die besten Konzepte und stellen diese im Anschluss an die Vorstellungsrunde zur Abstimmung. Fünf Geschäftsideen mit den Arbeitstiteln „dressyormessy“, „iLike“, „Rundreiseportal“, „private carsharing“ und „eCard“ werden durch eine geheime Abstimmung aller Teilnehmer ausgewählt. Nun dürfen sich die Ideengeber der beiden stimmenstärksten Geschäftsideen ihre Teams für das Wochenende neu zusammenstellen. Jeremy Guillory, der „dressyormessy“ vertritt, sucht vor allem Designer und Programmierer unter den Teilnehmern. Es soll eine Online-Community für modebegeisterte Mädchen entstehen. Schnell wird er im Pool der Anwesenden fündig, nicht zuletzt weil die Vorauswahl der Teilnehmer im Rahmen der Bewerbungsrunde auf Vielfältigkeit Jeremy präsentiert die Idee von "dressyormessy" ausgerichtet war.
Nach und nach füllen sich die neu gebildeten Gruppen und um 23.00 Uhr fällt der Startschuss für Ausarbeitung der Geschäftsideen. Die fünf Teams verteilen sich wieder im Gebäude und beginnen mit der Umsetzung. Bis ein Uhr in der Nacht bleiben die Teams noch vor Ort, danach steht ein Umzug an. Trotz intensiver Bemühungen der Organisatoren war es nicht möglich die Räumlichkeiten im SuperC der RWTH Aachen auch über Nacht zu nutzen. Für Ersatz ist jedoch gesorgt und vielen Teilnehmern tut die frische Aachener Luft gut, um einen klaren Kopf zu behalten und der aufsteigenden Müdigkeit entgegenzuwirken. Für die Verpflegung in den Nachtquartieren ist Dank der Sponsoren gesorgt; Die zahlreichen Dosen Red Bull erfreuen sich besonders zu fortgeschrittener Stunde großer Beliebtheit, wohingegen am Morgen danach eher der Koffein-Kick aus dem frischen Kaffee der „Black Pirate Coffee Crew“ erste Wahl ist.
Zum Frühstück am Samstag Morgen im obersten Geschoss des SuperC mit herrlichem Blick über die Aachener Altstadt erscheinen dann die Teilnehmer schon wieder ab halb acht. Viele haben nur sehr wenig geschlafen und noch bis spät in die Nacht an ihren Ideen gefeilt. Da hilft das frische Obst und der Becher „mymuesli“, um schnell wieder zu Kräften zu kommen. Alle Beteiligten finden hier einen Rückzugsort und eine Begegnungsstätte, um auch an den Projekten der anderen Teams teilzuhaben. Doch die Ruhe ist nicht von Dauer, denn der Zeitdruck ist allgegenwärtig an diesem Wochenende. Schon am Abend sollen die ersten Ergebnisse einer Expertenjury vorgestellt werden.
Während die Teams wieder bei ihren Projekten dort anknüpfen wo sie in der Nacht zuvor aufgehört hatten, begrüßen die Organisatoren die ersten Mentoren. Über den gesamten Prozess hindurch werden sie den Teilnehmern über die Schulter schauen und bei Bedarf hilfreiche Tipps aus Praxis und Forschung geben. Waren die Herren von Osborne Clarke am Freitag noch die Ansprechpartner für Fragestellungen bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen, so sind die Fragen am Samstag schon konkret projektbezogen. Vor allem IT-rechtliche Fragen werden in den ersten Stunden des neuen Tages häufig gestellt. Da hilft auch, dass mit der Rechtsanwaltskanzlei Daniel · Hagelskamp & Kollegen, ein weiterer Sponsor, juristische Experten als Mentoren stellt.
Die Geschäftsmodelle werden konkreter und einige Teilnehmer nutzen das schöne Wetter um z.B. auf der Straße kleine Umfragen zu starten oder sich mit Laptop und einer kühlen Flasche „LEMONAID.+“ vor das SuperC zu setzen. Das Rechenzentrum stellte für die gesamte Veranstaltung Gastzugänge für das Funknetz der RWTH zur Verfügung und kam so der flexiblen Arbeitsweise der Teilnehmer entgegen. Auch die Ausstattung im Gebäude orientierte sich stark an den Bedürfnissen der Teilnehmer. Der Lehrstuhl von Professor Borchers stattete einen ganzen Raum mit iMacs aus, die mit Grafikprogrammen und der Entwicklungsumgebung für mobile Endgeräte von Apple bestückt waren. Hardware zum Testen der programmierten Apps stand in Form von zwei iPhones zur freien Verfügung. Assistenten des Lehrstuhls gaben Einführungshilfen in die Bedienung der Geräte.
Gekühlte Getränke standen Dank sommerlicher Temperaturen hoch im Kurs Als am Samstag Abend die Teams zur Präsentation der Zwischenergebnisse zusammenkommen sind nicht nur die geladenen Experten gespannt auf das, was nach nur 27 Stunden umgesetzt wurde. Alle Teilnehmer und Organisatoren hatten zwar immer wieder kurze Einblicke in die Projekte bekommen, aber waren nicht über den letzten Stand informiert. Die Präsentation soll als Probelauf für die anstehenden Pitches vor Investoren dienen und die Experten und restlichen Teilnehmer geben wertvolles Feedback. Es wird deutlich, dass sich die Teams meist nur wenig Gedanken zur Finanzierung ihrer Ideen gemacht haben. Der vielleicht wichtigste Punkt für die potenziellen Investoren ist aber genau dieses: wie will das Unternehmen und in welchem Zeitraum Zahlungsströme generieren? Diese Frage wird bei manchen Teams offen. Hier muss folglich nachgebessert werden.
Das Team „Rundreiseportal“ hat zudem ganz andere Sorgen: Die Machbarkeit und vor allem Umsetzbarkeit des Projektes nach dem Wochenende scheint in Gefahr. Das anvisierte Modell bläht sich bei näherer Betrachtung und kritischer Prüfung durch die Experten immer weiter auf und als das Team am Ende eines langen Arbeitstages noch einmal alles Für und Wider gegeneinander abwägt bleibt nur eine Konsequenz: Abbruch des Projektes. Doch an Aufgeben ist nicht zu denken! Noch in der selben Nacht, während die anderen Arbeitsgruppen wieder ihre Nachtquartiere bezogen haben, werden Alternativen diskutiert und unbearbeitete Konzepte vom ersten Brainstorming noch einmal eingehend geprüft. Tief in der Nacht fällt dann die schwierige aber im Hinblick auf das Projekt „3DayStartup“ richtige Entscheidung, das Team „Rundreiseportal“ aufzulösen und sich gewinnbringend in anderen Gruppen zu engagieren. Da die Kompetenzen mittlerweile klar definiert sind und die anderen Teams genau wissen, woran es ihnen mangelt dauert es nicht lange, bis die meisten Teilnehmer wieder einem Projekt zugeordnet sind.
Bleiben also noch vier Ideen übrig die weiter verfolgt werden.
Auch in dieser Nacht wird wenig geschlafen und Sonntagmorgen sind viele Teilnehmer froh, dass die gesponserten Brötchen von Nobis auch um 11.00 Uhr noch frisch und knusprig sind. Genau zum richtigen Zeitpunkt greift ein weiterer Experte in das Geschehen ein. Herr Riek, Persönlichkeitscoach und Unternehmer, macht sich ab mittags daran, alle Teams im Einzelgespräch auf ihre Stärken und Schwächen hinzuweisen. Deutlich wird das am Beispiel vom Team „eCard“. Viel Zeit war am Samstag auf die Namensfindung verwendet worden und für die anstehende Präsentation vor Investoren hat man kaum noch Zeit eingeplant, um diese wichtige Reifeprüfung vorzubereiten. Herr Riek schwört die Gruppenmitglieder auf die letzten Stunden der Vorbereitung ein und macht ihnen klar, was die wesentlichen Ziele des Tages sind. Kurzerhand werden alle Powerpoint-Folien in den virtuellen Papierkorb geworfen. Präsentiert werden soll nur eines: Der fertige Prototyp.
Herr Riek schart noch einmal alle Teilnehmer um sich und stimmt sie auf die bevorstehenden Pitches ein Im Foyer des Generali-Saals im SuperC ist das Buffet festlich angerichtet. Die geladenen Investoren und Mentoren stehen bei einem Gläschen Sekt beieinander oder mischen sich unter die Teilnehmer während im Saal selbst die letzten Vorbereitungen für die Abschlusspräsentationen getroffen werden. Kurz darauf öffnen sich die Türen und die Anwesenden nehmen Platz und warten auf die Präsentation der Gründer während die Investoren die erste Reihe füllen. Der Frühphaseninvestor Schwetje Digital und ein Vertreter des High-Tech Gründerfonds sind ebenso vertreten wie die Beteiligungsgesellschaft der regionalen Sparkasse und gestandene IT-Unternehmer mit Business-Angel-Ambitionen. Eine nach der anderen präsentieren sich die Gruppen den Anwesenden und ernten vor allem aus dem Teilnehmerfeld Beifall und Jubelrufe. Aber auch die Investitionsexperten sind neben einiger Kritikpunkte begeistert von der Tatkraft der Teams: Internetpräsenzen, Designs, iPhone-Apps, Imagefilme, Zielgruppenbefragung. In nur knapp drei Tagen haben die Teilnehmer Ergebnisse erzielt, für die andere Teams Wochen und Monate brauchen. Auch die zuvor so vermissten Zahlen und Marktdaten, Finanzierungspläne und Marketing-Strategien können überzeugend präsentiert werden.
Die Gruppen haben ganze Arbeit geleistet und mit ihrem Arbeitseinsatz den wichtigsten Beitrag zum Erfolg des ersten „3DayStartup – Deutschland“ beigesteuert. Die Organisatoren möchten sich auf diesem Wege noch einmal bei allen Beteiligten, Förderern und Gönnern für ihren Beitrag bedanken! Ohne sie wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen:
Gold Sponsor
Osborne ClarkeSilber Sponsoren
Daniel · Hagelskamp & KollegenSolitem
Warth & Klein
proRWTH – Freunde und Förderer der RWTH Aachen e.V.
Bronze Sponsoren
Ferrostaal, heroku, High-Tech Gründerfonds, IHK Aachen, Regina e.V., Verold„Fuel“ Sponsoren
AIXACT Textildruck, Black Pirate Coffee Crew, Lemonaid, Metro, mymuesli, myPopcorn, Nobis, Red Bull, ZentisMedienpartner
deutsche-startups.de, foerderland.de, Gruenderszene.de, Hochschulradio AachenOrganisationen
Lehrstuhl WIN – Gründerzentrum, Research Group Mobile Multimedia Processing, Media Computing Group, Rektorat der RWTH AachenSchirmherrschaft
Professor Schmachtenberg
Weitere Informationen zu den entstandenen Teams gibt es auf den jeweiligen Internetpräsenzen zu finden.
urbCard GbR (Arbeitstitel „eCard“):Kontakt: Tobias Heidingsfeld, Tobias@lionga.de
dressyormessy:
Kontakt: J. Amadeus Waltz, Amadeus.Waltz@law-school.de
tamyca (Arbeitstitel „private carsharing“):
Kontakt: Michael Minis, michael@tamyca.de
iLike:
Kontakt: Andreas Müller, Mueller@AndreasMueller.info
Die Organisatoren:
Pascal Steingrube (Head of Coordination)Christoph Zahn (Co-Head of Coordination)
Max Altenhof (Mentoren)
Christian Salmagne (Sponsoren)
Maximilian Ulm (Marketing/PR)
Jan Kalle Wulf (IT/Infrastruktur)





























